Dezember 2025

Wochenendentlastung und Time - out

Das Jahr ist schon fast vorüber. Der erste grosse Schnee im Dezember ist gekommen. Langsam ist es tatsächlich Winter im Brünig. Alle Jahre wieder schaufle ich mir einen rund 70 m langen Weg vom Parkplatz zum Waldhuis – natürlich mit der Schaufel und nicht mit einem Schneepflug.

Obwohl ich dieses Jahr etwas Unterstützung hatte. Bei einer Wochenendentlastung war ein junger Mann hier, der sehr gerne draussen im Schnee ist und solche Arbeiten mit der Schaufel mag. So schaufelten wir praktisch den ganzen Schnee rund ums Haus weg. Natürlich halfen auch die Sonne und das warme Wetter mit. Der Schnee war ideal, und so bauten wir ein Iglu oder eine Burg, machten eine Schneeballschlacht und buddelten um die Wette.

Weitere Unterstützung hatte ich durch einen neuen Partner, Roland. Er macht ADHS- und Autismus-Coachings mit seinem Hund. Eine super Sache, und wie man sieht, hatten Hund und T. grossen Spass daran, gemeinsam draussen im Schnee zu sein.

Ein weiteres Thema, das mich seit der Gründung des Waldhuis begleitet, sind die Time-out-Anfragen. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit erhielt ich dreimal eine Anfrage für ein Time-out. Für mich wäre das ein super Start gewesen, dennoch musste ich jedes Mal absagen, da ich noch in einem Angestelltenverhältnis mit einem höheren Pensum war.

Nun ist endlich die Anfrage gekommen, auf die ich schon lange gewartet hatte. Trotzdem gab es viele herausfordernde Momente, vor allem die Planung in kurzer Zeit und das Festlegen eines Startdatums. Die Vorbereitungszeit war dementsprechend sehr intensiv. Zur Verstärkung musste ich ein Team zusammenstellen, alle Informationen planen und weitergeben, die Kommunikation sicherstellen und regelmässige Updates liefern.

Dies alles funktionierte erstaunlich gut, und auch mit der Stiftung gab es eine gelungene Übergabe. Nun blieb aber noch der Klient, der das Time-out annehmen durfte. Für ihn war das nicht ganz einfach: Warum bin ich hier? Wann gehe ich wieder? Und was passiert danach? Diese Fragen beschäftigten ihn sehr.

Mit individuellen Beschäftigungen und Begleitungen – mit und ohne Hund – konnten wir die erste Zeit gut überbrücken. Dass ein Time-out nicht unbedingt dem eigenen Wunsch entspricht, war mir klar. Natürlich versteht man auch den Klienten, dass er nicht freiwillig hier ist. Trotzdem versucht man mit viel Energie, Enthusiasmus sowie Begeisterung für Natur, Erlebnisse und Einzelgespräche die Motivation zu steigern. Jede Woche gab es ein kleines Highlight. Zudem durfte er bekannte Strukturen, wie regelmässig nach Hause zu gehen, beibehalten.

Für mich war schnell klar, dass Abmachungen, Regeln und Strukturen, die er bereits kennt, möglichst nicht verändert werden sollten. Natürlich ändern sich personelle Gegebenheiten oder verschiedene Menschen handeln unterschiedlich. Dies konnte er jedoch gut annehmen und es trug wesentlich zum Erfolg bei – ebenso wie die konstante 1:1-Begleitung, die er erhielt. Diese erhöhte Aufmerksamkeit bekommt man im Alltag einer Stiftung oft weniger.

Somit war das erste Time-out für mich ein voller Erfolg. Auch mein Springerteam, das mich unterstützte, hat hervorragend funktioniert.

Eine kleine Herausforderung für den jungen Mann gab es natürlich auch: Ein Bach, Ziel über den Bach, du hast den Lead, ich Michi will keine Nassen Füsse!! bestanden? Natürlich, mit viel Probieren, überlegen und nassen Füssen aber nicht Meine =)

Bis bald

Michi

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